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Kailash Nordroute - Foto Studienreise zum heiligsten Berg Tibets im Herbst 2006
Seit mehr als tausend Jahren pilgern Menschen zu der Felspyramide, die in Westtibet gewaltige 6.714 Meter in die Höhe ragt.
Vier Religionen huldigen dem Mysterium dieses Berges: Für die Bön, die Nachkommen der vorbuddhistischen Einwohner Tibets, ist der Kailash die mystische Seele der gesamten Region. Die Buddhisten nennen ihn »Kang Rinpotsche«, den kostbaren Schneeberg. Für die indische Religionsgemeinschaft der Jain nahm hier ihr erster Heiliger Gestalt an, und für die Hindus gilt er als Thron Shivas. In der buddhistischen Kosmoslehre wird der Kailash mit Meru verbunden, jenem mythologischen Berg, der die Achse des Weltsystems bildet. Und so groß wie die Kraft des Kailash, über den die Energie des Universums auf unseren Planeten fließt, so heilig sind die Wasser des Manasarovar-Sees, am Fuß des heiligen Berges.









Im achten Jahrhundert nach Christus meditierte Padmasambhava in der Einsiedelei des Chiu Klosters, welches südlich des Kailash am Manasarovar-See liegt. Guru Rimpoche, wie ihn die Tibeter auch respektvoll nennen, brachte auf Einladung des tibetischen Königs den Buddhismus nach Tibet. Der weise Mann aus Indien integrierte das bestehende Pantheon der Bön Religion als buddhistische Schutzgottheiten. So gelang es ihm, auf dem Dach der Welt die Lehre von der eigenverantwortlichen Überwindung des Leidens, dem Erwachen im Nirvana, zu etablieren.
Vierhundert Jahre später soll hier auch der Sage nach der entscheidende Kampf zwischen dem Bön-Schamanen Noro Bonchung und dem berühmten tibetischen Yogi und buddhistischen Heiligen Milarepa stattgefunden haben. Milarepa wurde zu einem Wettstreit auf dem Gebiet magischer Kräfte gefordert. Als es schließlich darum ging, als erster auf den Tron der Götter zu gelangen, flog der Bön Po mit seiner Zaubertrommel auf den Gipfel. Milarepa aber bewältigte die Strecke kraft seines Willens im Bruchteil einer Sekunde. Die deutliche Narbe im Berg stammt der Legende nach von der Trommel, die dem entsetzten Verlierer aus den Händen glitt.
»Die Zeit, die ich an diesem See in den Lamaklöstern verbrachte, die wie Diamanten in einem Armring aus Türkis am Ufer aufgebaut sind, gehört zu den unvergeßlichsten Erinnerungen meines Lebens«, schrieb der weltberühmte schwedische Forscher Sven Hedin 1907 nach seiner Tibet-Expedition. 1936 umrundete der Wiener Bergsteiger und Wissenschafter Herbert Tichy, als Pilger verkleidet, den Kailash und war »erschüttert von dem, was diese Landschaft in ihm auslöste«.
Auf seiner Flucht von Dehra-Dun in Indien nach Lhasa kam Heinrich Harrer ebenfalls am Kailash vorbei. In einem Interview erinnert sich der weit über 90-jährige Forscher, daß er sich an den Ufern des Manasarovar-Sees an dem unbeschreiblich schönen Bild des heiligen Berges, der aus dem See herauszuwachsen scheint, nicht satt sehen konnte. Ein seltener Höhepunkt ist das Saga-Dawa-Fest, bei dem sich die Pilger bei Vollmond nach Umrundung des Kailash schließlich die Reinigung von ihren Sünden erbitten.
Über die Bedeutung des Kailash als Mandala
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Reiseroute
Lhasa - Nordplateau - Guge - Tirthapuri - Darchen 2020 km
Darchen - Trekking um den Kailash - Darchen 51 km
Darchen - Manasarovar - Kathmandu 990 km
Reiseorganisation: Globotrek Bern (Tag 22 selbst organisiert)
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Der Manasarovar See von Süden mit Kailash ganz links
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